Vorbereitung auf das Vorstellungsgespräch
1. Gründliche Recherche über das Unternehmen
Informieren Sie sich vor dem Vorstellungsgespräch
möglichst umfassend über das Unternehmen. Viele
Firmen besitzen eine eigene Website mit der Firmengeschichte,
dem Leitbild und Informationen zu den
Dienstleistungen und Produkten. Vielleicht stossen Sie
dabei auch auf Presseberichte oder jährliche Geschäftsberichte
über die Firma.
Was nützen Ihnen diese Informationen für das Bewerbungsgespräch?
- Je mehr Sie über das Unternehmen
wissen, desto kompetenter können Sie sich beim Bewerbungsgespräch
verkaufen. Sie können sich nun auch
besser vorstellen, wie Sie der Firma als neuer Mitarbeiter
nützlich sein können.
2. Verinnerlichen Sie sich Ihre Bewerbungsunterlagen
Obwohl Ihr Bewerbungsempfänger die Bewerbungsunterlagen bestens kennt, wird er Ihnen gewisse Fragen zu Ihrem Lebenslauf stellen. Überlegen Sie sich deshalb gut, welche Fragen auf Sie zukommen könnten. Haben Sie beispielsweise eine Lücke in Ihrem Lebenslauf, werden Sie höchstwahrscheinlich darauf angesprochen. Auch das Anschreiben bzw. das Motivationsschreiben sollten Sie sich nochmals gut anschauen. Wie haben Sie Ihre Bewerbung begründet? Welches Interesse haben Sie geltend gemacht?
3. Argumente sammeln, die für Sie sprechen
Entwickeln Sie mit Hilfe der Informationen über das Unternehmen in Kombination mit Ihren eigenen Fähigkeiten Argumente, die für Sie sprechen. Stellen Sie sich das Unternehmen als Puzzle vor, bei dem zur Zeit ein Puzzleteil fehlt. Wie können Sie Ihren potentiellen Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie mit Ihrem Bewerbungsprofil das passende Puzzleteil bieten können? Was können Sie gegenüber Ihren Mitbewerbern in die Waagschale werfen? In welchen Bereichen können Ihre Stärken besonders eingesetzt werden, so dass das Unternehmen optimal von Ihnen als zukünftigen Mitarbeiter profitieren kann?
4. Eigene Fragen vorbereiten
Eigene Fragen sind ebenfalls sehr wichtig. Noch besser ist, wenn Sie echte Fragen vorbereiten, mittels denen Sie sich selbst ein besseres Bild über Ihren möglichen Tätigkeitsbereich machen können. Um eigene Fragen zu entwickeln, nehmen Sie als erstes nochmals das Stelleninserat zur Hand. Lesen Sie es aufmerksam durch. Wie sieht das Stellenprofil aus? Welche Tätigkeiten werden von Ihnen verlangt? Haben Sie Fragen dazu? Ein weiterer Ansatzpunkt für Fragen bietet der Bewerbungsempfänger. Fragen Sie ihn beispielsweise, wie lange er bereits für die Firma tätig ist und welche Funktionen er ausübt. Stellen Sie ev. auch Fragen zur Zusammenarbeit im Team, zur Firmenphilosophie, zum Leitbild, zu den mittelfristigen und langfristigen Zielen der Firma usw. Damit erfahren Sie vieles über das personale Netzwerk, die Arbeitsabläufe innerhalb der Firma und über die Position im Markt. Zugleich signalisieren Sie Interesse an einer gut funktionierenden Zusammenarbeit.
5. Organisation der Anreise
Damit Sie pünktlich beim Vorstellungstermin erscheinen,
müssen Sie die Anreise gut planen. Rechnen Sie
für unvorhergesehene Zwischenfälle unbedingt Reservezeit
ein. Es ist zudem für Sie auch angenehmer, wenn
Sie eine halbe Stunde früher eintreffen. Die Zeit reicht
dann aus, noch einen Kaffee zu trinken und ihren neuen
Arbeitsort näher kennen zu lernen.
Wenn Sie auf Nummer sicher gehen wollen, dann lohnt
es sich, am Vortag vor dem Bewerbungsgespräch die
Strecke zwischen Haustüre und zukünftigem Arbeitsort
abzufahren und die Zeit zu messen.
6. Wahl des passenden Outfits
Die Kleiderwahl hängt in erster Linie von der Art des Unternehmens und der Stelle ab, für die Sie sich beworben haben. Handelt es sich um eine Stelle in einer Bank oder einer Versicherung, dann wählen Sie Ihr Outfit entsprechend dem Dresscode aus. (Bewerber mit Anzug und Krawatte, Bewerberin mit Business-Outfit, beispielsweise einer klassisch-dezenten Blazer-Kombination). Falls Sie sich bei einer Werbeagentur oder bei einem jüngeren Unternehmen vorstellen, dann darf es ruhig etwas modisch Ausgefallenes sein. Achten Sie aber auf alle Fälle darauf, dass Sie sich in Ihrer Kleidung wohlfühlen. Es kann kein Vorteil sein, wenn Sie sich während dem Gespräch dauernd über Ihren zu eng sitzenden Hemdkragen ärgern müssen. Achten Sie zudem auf ein gepflegtes Äusseres. Tabu sind Bartschatten bei Bewerbern und übertriebenes Make-up oder zuviel Parfum bei Bewerberinnen.
7. Antworten auf typische Fragen vorbereiten
Folgende 10 Fragen (oder Fragen mit ähnlichem Inhalt) kommen bei Vorstellungsgesprächen am häufigsten vor. Die Wahrscheinlichkeit, dass Sie mit einer oder mehreren dieser Fragen konfrontiert werden, ist gross. Deshalb macht es Sinn, wenn Sie vor dem Vorstellungsgespräch geeignete Antworten vorbereiten.
- Aus welchem Grund haben Sie sich für diese Position beworben?
- Worin liegen Ihre Stärken, was sind Ihre Schwächen?
- Warum sollten wir uns gerade für Sie entscheiden?
- Was erwarten Sie von dieser Tätigkeit? Wo sehenSie in dieser Position für sich Entwicklungspotenzial?
- Weshalb haben Sie sich für diesen Beruf entschieden?
- Welches sind Ihre drei ausgeprägtesten Charaktereigenschaften?
- Was war Ihr bisher grösster beruflicher Erfolg / Misserfolg?
- Was möchten Sie in fünf Jahren beruflich erreicht haben?
- Was verstehen Sie unter sozialer Kompetenz?
- Wie verbringen Sie Ihre Freizeit am liebsten?
8. Gedankliche Vorbereitung: der Gesprächsablauf
1. Begrüssungs- und Aufwärmphase
Die Begrüssungs- und Aufwärmphase ist besonders wichtig, da der erste Eindruck zählt. Stellen Sie sich freundlich vor, sprechen Sie laut und deutlich. Ein fester Händedruck unterstreicht Ihre Entschlossenheit. Merken Sie sich die Namen aller Anwesenden, damit Sie alle Beteiligten im Gespräch direkt ansprechen können. Zu Beginn wird Ihr Gegenüber versuchen, mit ein wenig Small Talk eine entspannte Atmosphäre zu schaffen. Eventuell werden Sie über Ihre Anreise gefragt "Haben Sie gut hierher gefunden?" Anworten Sie und berichten Sie beispielsweise, wie einfach es heute ist, mit googlemap den Zielort zu finden.
2. Die Einleitungsphase
In dieser Phase stellt sich in der Regel das Unternehmen vor und gibt dem Bewerber einen Überblick über die Firmenphilosophie, die Produkte und Dienstleistungen. Anschliessend wird das Gespräch meist auf die freie Stelle und die Anforderungen gelenkt. Während dieser Einleitungsphase sollte Sie Ihr Gegenüber nicht unterbrechen, sondern konzentriert zuhören.
3. Ihre Selbstdarstellung
Nun sind Sie an der Reihe. In der Regel fragt man Sie
zuerst nach Ihrem Werdegang. Erläutern Sie kurz die
wichtigsten Stationen Ihrer beruflichen Laufbahn. Die
Kunst liegt dabei, dass sie sich besonders auf positive
berufliche Leistungen konzentrieren, die für die ausgeschriebene
Stelle relevant sein könnten.
Vermitteln Sie den Eindruck, dass Sie Freude an Herausforderungen
haben und motiviert sind, ihnen die Stirn
zu bieten. Stellen Sie sich jedoch nicht zu perfekt dar.
Gestehen Sie ruhig auch einige Ihrer kleineren Schwächen
ein. Und vergessen Sie nicht, über Ihre Freizeitbeschäftigungen
zu sprechen.
4. Die Vertiefungsphase
Nun folgt der eigentliche Dialog, bei dem beide Seiten interagieren. Sie befinden sich als Bewerber jedoch in der Rolle des Befragten. Der Arbeitgeber stellt hier in der Regel noch nicht geklärte Fragen zum Lebenslauf oder zu den Gründen für die Berufswahl des Bewerbers. Ins Spiel kommen auch die Motive für die Bewerbung auf exakt diese Stelle. Fragen über die eigene Persönlichkeit gehören ebenfalls zum Standard wie etwa: Wie würden Sie sich charakterisieren? Was sind Ihre Stärken und Schwächen?
5. Ihre eigenen Fragen
Gegen Ende des Bewerbungsgespräch wird Ihnen Raum gegeben für eigene Fragen. Das ist nicht etwa eine Höflichkeitsgeste. Sondern hier bietet sich dem Personalchef die Möglichkeit, nochmals Ihr Fachwissen und Ihr Engagement zu prüfen. Tipps für eigene Fragen finden Sie im Abschnitt "4. Eigene Fragen vorbereiten."
6. Die Schlussphase
Zum Abschluss des Vorstellungsgesprächs bleibt noch
Zeit für eine kurze Zusammenfassung. Der Bewerber
wird aufgefordert nochmals pointiert darzulegen, weshalb
er sich für die Stelle besonders eignen würde. Tragen
Sie hier Ihre Argumente gekonnt vor und versuchen
Sie Ihr Gegenüber zu überzeugen, dass Sie die Richtige
oder der Richtige sind. Bleiben Sie sachlich aber zeigen
Sie nochmals Ihr Interesse und Ihre Motivation für die
Stelle.
Anschliessend dürfen Sie ungeniert nachfragen, wann
der Entscheidungstermin für die definitive Besetzung
der Stelle ist. Bei der Verabschiedung ist es wichtig, einen
guten Eindruck zu hinterlassen. Auch wenn Sie das
Vorstellungsgespräch gar nicht spannend oder sogar als
fürchterlich erfahren haben, sollten Sie die Sache mit
einem festen Händedruck und einem Lächeln auf dem
Gesicht hinter sich bringen.
Sie können beim Abschied auch nochmals betonen, wie
interessant diese Stelle für Sie wäre und wie gerne Sie
für dieses Unternehmen arbeiten würden.
9. Was Sie vermeiden sollten
- Vermeiden Sie es, unpünktlich zu erscheinen.
- Setzen Sie sich nicht einfach auf einen der freien Stühle. Warten Sie, bis Ihnen ein Platz zugewiesen wird.
- Verschränken Sie nie die Arme während dem Gespräch.
- Vermeiden Sie eine lässige Körperhaltung. Sitzen Sie aufrecht und selbstbewusst.
- Vermeiden Sie, dass man Ihnen die Anspannung des Vorstellungsgesprächs ansieht.
- Rauchen Sie nicht. (Ausnahme: Ihr Gesprächspartner raucht ebenfalls oder Ihnen wird eine Zigarette angeboten).
- Kommen Sie während des Small Talks nicht ins Plaudern.
- Verhalten Sie sich niemals arrogant oder überheblich.
- Fragen Sie nicht schon zu Beginn des Gespräches nach der Urlaubsregelung.
- Verabschieden Sie sich höflich mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Auch wenn Sie das Vorstellungsgespräch als Schikane oder als schrecklich erlebt haben.
10. Hinterlassen Sie Spuren!
Vermitteln Sie positive Eindrücke! Besonders wichtig ist es, dass Sie Kompetenz und Zuverlässigkeit ausstrahlen. Dies beginnt bereits bei der Pünktlichkeit und dem Auftreten. Achten Sie auf eine gute Kleiderwahl, auf die Pflege Ihres Äusseren und die Körpersprache. Kompetenz hängt natürlich von Ihrem Fachwissen und Ihrer Berufserfahrung ab. Stellen Sie Ihr Licht nicht unter den Scheffel! Bringen Sie Ihr Wissen ein und überzeugen Sie Ihr Gegenüber von Ihren Fähigkeiten! Der Personalchef soll am Ende denken: "Die kann was!" Oder: "das ist der Richtige, er bringt unserem Unternehmen durch sein Know-how Gewinn."
Automatischer Routenplaner und SBB-Fahrplan
Direkt im Ostendis Bewerbungssystem können Sie auf Funktionen zugreifen, die Ihnen helfen, die Anreise zum Vorstellungsgespräch zu planen. Sie müssen dabei nicht einmal die Adresse oder die Ortschaft eingeben. Die Daten holt sich das System aus den Angaben, die Sie bei den Stellendetails eingetragen haben.
So erhalten Sie innert Sekunden die entscheidenden Angaben zur Anfahrt mit dem Zug oder mit dem Auto.





